Samstag, 28. Januar 2012

Rückzug von Schweizer Banken aus dem USA-Geschäft

Vor einigen Jahren war im Tagesanzeiger die Warnung eines Privatbankiers zu lesen, das Geschäft mit Privatkunden in den USA sei zu riskant (Link lässt sich nicht mehr so einfach ergoogeln - muss ich noch suchen). Nun zeichnet sich ab, dass die meisten Schweizer Banken, soweit sie überhaupt in den USA engagiert sind, von der unklaren Rechtslage genug haben und sich von diesem Markt zurück ziehen wollen. Den Anfang machte die Zürcher Kantonalbank (ZKB) mit einem Brief an ihre US-Kunden zur Weihnachtszeit:
Rückzug ZKB aus dem USA-Geschäft
Nachdem drei Banker der Bank Wegelin in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden sind (Pressemeldung) hat gestern hat die Bank Wegelin (die älteste Privatbank der Schweiz) ihr Nicht-USA-Geschäft an die Raiffeisenbank verkauft und will das USA-Geschäft liquidieren. US-Kunden haben - wie schon bei der ZKB - 60 Tage Zeit, ihre Vermögen bei der Bank Wegelin abzuziehen.
(Pressebericht)

Ich interpretiere den Verkauf des Nicht-USA-Geschäfts als Verzweiflungsreaktion der Wegelin-Teilhaber (die ja mit ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Bank haften) und vermute, dass sie die nach dem Abzug der Kundengelder verbleibende Leiche der Bank Wegelin durch einen Konkurs vor den drohenden Bussen in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung retten wollen. Bekanntlich kann man Leichen ja nicht mehr strafrechtlich verfolgen, und ich vermute, dass dies auch für die Leichen von juristischen Personen gilt. Bin mal gespannt, ob ich damit richtig liege.

So oder so - wenn der Trend zum Rückzug der kleineren Schweizer Banken aus den USA sich fortsetzt, dann verbleiben nur noch die Grossen (UBS, CS und Julius Bär) und das Bankgeheimnis dürfte in einer solchen Konstellation noch mehr unter Druck kommen.

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